Wahlhelfer*in werden

Helfende Hände für das Projekt Demokratie gesucht!

Die Möglichkeit, eine Wahl zu haben und an dieser auch frei und selbstbestimmt teilnehmen zu können, ist ein demokratisches Privileg, das leider längst nicht alle Menschen besitzen. In Deutschland haben wir uns schon so sehr an dieses Privileg gewöhnt, dass wir es oftmals als eine Selbstverständlichkeit hinnehmen. Dem ist jedoch nicht so. Demokratie ist oftmals mühsam, weil man an und auch mit ihr arbeiten muss.

In vielen Teilen der Welt blickt man sehnsuchtsvoll auf die demokratischen Staaten, die den in ihnen lebenden Menschen umfangreiche Rechte garantieren. In diesen demokratischen Staaten kann jede Person ihre Meinung äußern, ohne befürchten zu müssen, hierfür vom Staat zur Rechenschaft gezogen zu werden. Ein Blick beispielsweise nach Hongkong lehrt uns, dass derartige demokratische Rechte durch totalitäre Machtausübung binnen kürzester Zeit zunichtegemacht werden können. Die Welt scheint im Aufruhr zu sein – Belarus, Hongkong, Myanmar und selbst die Türkei sind nur exemplarische Beispiele für Staaten, in denen die Demokratie nicht mehr existiert oder kurz davor ist, zu Ende zu gehen. Selbst die USA, die lange Zeit als Inbegriff und Hort der Freiheit begriffen wurden, müssen sich gegen radikale Kräfte zur Wehr setzen, die nicht davor zurückschrecken, die friedliche Machtübergabe an einen legitim gewählten Präsidenten zu verhindern.

Demokratie bedeutet, dass das Volk dem Parlament und den Regierenden Macht nur für eine bestimmte Zeit verleiht. Wurde diese Macht nach Auffassung der wahlberechtigten Bevölkerung in ihrem Sinne verwendet, gewährt sie den „Mächtigen“ mehr Zeit für deren Ausübung. Anderenfalls beauftragt sie andere Personen mit der Lenkung der staatlichen Geschicke.

Der Auftrag zur Ausübung der Macht wird insbesondere dadurch vergeben, dass die Wahlberechtigten den Weg zur Wahlurne antreten, um dort ihren Meinungen und Überzeugungen durch eine bewusste und vor allem vollkomme freie Wahlentscheidung Ausdruck zu verleihen. Eine solche Wahl bedarf vieler helfender Hände – insbesondere aus der Zivilgesellschaft. Wahlen werden vom Volk für das Volk organisiert – es bedarf also der aktiven Mitarbeit des Volkes, auch und vor allem in den Wahlvorständen vor Ort, die in den Wahllokalen dafür sorgen, dass eine Wahl überhaupt durchgeführt werden kann.

Denn ohne die Mitwirkung der Zivilgesellschaft ist die Durchführung von Wahlen und Abstimmungen weder rechtlich noch tatsächlich möglich. Wahlen und Abstimmungen sind ein zentraler Eckpfeiler der Demokratie – ohne sie wäre ein demokratisches Gemeinwesen schlicht nicht denkbar. Wahlen und Abstimmungen können jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn die Zivilgesellschaft an ihnen mitwirkt. Diese Mitwirkung der Zivilgesellschaft ist im Übrigen ein Garant dafür, dass die Wahlen und Abstimmungen in Deutschland unter dem wachsamen Auge der der wahlberechtigten Bevölkerung fair und transparent ablaufen. Fairness und Transparenz bei Wahlen und Abstimmungen sind in Deutschland ein selbstverständlicher Teil der politischen Auseinandersetzung. Hierfür muss die Gesellschaft aber auch einen (geringen) Preis bezahlen, indem die Wahlberechtigten anlässlich von Wahlen und Abstimmungen ihr „Sonntagsopfer für die Demokratie“ erbringen und an einem Sonntag im Wahl- bzw. Abstimmungsvorstand mitarbeiten.

Am 08.05.2022 wird die Wahl zum Schleswig-Holsteinischen Landtag (Landtagswahl) stattfinden. Beim Amt Probstei werden aktuell die dafür notwendigen Vorbereitungen getroffen.

Aus Anlass der Landtagswahl sind im Gebiet des Amtes Probstei insgesamt 24 Wahlvorstände in den einzelnen Wahlbezirken zu bilden. Jede Gemeinde bildet dabei einen sogenannten Urnen-Wahlbezirk. Nur in den Gemeinden Laboe und Schönberg sind wegen deren Größe je 3 Urnen-Wahlbezirke zu bilden. Darüber hinaus wird (mindestens) ein gesonderter Briefwahlbezirk gebildet, in dem (nur) die Wahlbriefe aus der Briefwahl auszuzählen sind. Für die damit mindestens 25 Wahlbezirke, in denen jeweils 9 Personen tätig sind, werden konkret mindestens 225 engagierte Personen gesucht. In einen Wahlvorstand für die Landtagswahl können Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft berufen werden, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet (also Personen, die bis einschließlich 08.05.2006 geboren wurden) und seit mindestens 6 Wochen einen Wohnsitz in Schleswig-Holstein (mindestens ab dem 27.03.2022) haben.

Zugegeben, die Wahlsendungen im Fernsehen und in anderen Medien sind spannend – vor allem, wenn um 18:00 Uhr die ersten Prognosen bekanntgegeben werden. Doch ist es nicht viel spannender, derartige Ergebnisse selbst zu ermitteln und daran mitzuwirken, dass das Fernsehen, das Radio und die sozialen Medien überhaupt etwas zu berichten haben, weil Sie als Mitglied im Wahlvorstand aktiv und hautnah dabei sind?

Wahlentscheidungen vor Ort bedürfen der Mitarbeit der Zivilgesellschaft – das sind wir alle! Die Mitarbeit im Wahlvorstand ermöglicht es Ihnen außerdem, andere Menschen aus Ihrer Gemeinde, Ihrem Quartier oder Ihrer Nachbarschaft kennen zu lernen. Und das Ergebnis Ihrer eigenen Arbeit können Sie anschließend in den Medien und sozialen Netzwerken als Prognose sowie schließlich als Wahlergebnis betrachten.

Falls Sie sich nun die Frage stellen „Warum soll gerade ich das tun?“, so kann man auch mit einer Gegenfrage antworten. Warum sollen es denn immer nur die anderen tun? Und bedenken Sie: Viele helfende Hände bereiten ein schnelles Ende!

Für alle Wahlvorstände werden Wahlvorsteherinnen und Wahlvorsteher, Schriftführerinnen und Schriftführer sowie Beisitzerinnen und Beisitzer aus allen Alters- und Berufsgruppen der wahlberechtigten Gesellschaft gesucht. Insbesondere Menschen, die erstmals wählen dürfen, sind dazu aufgerufen, sich aktiv in das Wahlgeschäft einzubringen.

Haben wir Ihr Interesse an der Übernahme einer solchen ehrenamtlichen Tätigkeit geweckt? Wenn ja, melden Sie sich doch entweder telefonisch im Schönberger Rathaus bei Stefan Gerlach unter der Telefonnummer 04344/306-1300 oder senden Sie vorzugsweise eine E-Mail an stefan.gerlach@amt-probstei.de. Selbstverständlich können Sie Ihre „Bewerbung“ auch schriftlich oder persönlich abgeben. Geben Sie in Ihrer E-Mail oder in Ihrem Schreiben bitte Ihren vollständigen Nachnamen, alle Vornamen, Ihre vollständige Adresse, Ihr Geburtsdatum sowie Ihre berufliche und private Telefonnummer an. Bitte geben Sie auch an, für welche Funktion Sie sich bewerben (Wahlvorsteher/in, Schriftführer/in oder Beisitzer/in). Da die Termine für Wahlen und Abstimmungen einem strengen Zeitplan unterliegen, würde es uns sehr helfen, wenn Sie Ihre Bereitschaft zur Mithilfe möglichst noch deutlich vor dem 28.03.2022 mitteilen. Denn mit dem Stichtag zum 27.03.2022 werden die Wählerverzeichnisse aufgestellt, in das alle wahlberechtigten Personen eingetragen werden. Unmittelbar nach deren Aufstellung muss die Einberufung als Mitglied im Wahlvorstand durch einen schriftlichen Bescheid erfolgen, da anderenfalls der sehr enge Zeitplan nicht eingehalten werden kann.

 

Das erwartet Sie:

Ihr Einsatz erfolgt in einem Wahlraum, der vorzugsweise in Ihrer Wohnsitzgemeinde liegt. Dort erledigen Sie mit den anderen Mitgliedern des Wahlvorstandes das Wahlgeschäft, das im Wesentlichen aus der Prüfung der Wahlberechtigung, der Führung des Wählerverzeichnisses, der Ausgabe der Stimmzettel, der Beaufsichtigung der Stimmabgabe und der Auszählung des Wahlergebnisses besteht. Das Wahlgeschäft beginnt für die Mitglieder in den Wahlvorständen am Wahltag um 07:30 Uhr. Der Wahltag teilt sich gewöhnlich in eine Vormittags- und eine Nachmittagsschicht; diese Schichteinteilung wird innerhalb des Wahlvorstands verabredet; die Wahlbehörde hat hierauf keinen Einfluss. Bei der Auszählung ab 18:00 Uhr nehmen wieder alle Wahlhelferinnen und Wahlhelfer am Wahlgeschäft teil.

Und das bieten wir Ihnen außer dem Erlebnis, in netter Runde Demokratie aktiv zu erleben:

Die Mitglieder des Wahlvorstandes erhalten für die Teilnahme an der Durchführung der Wahl und die Ergebnisfeststellung eine Entschädigung („Erfrischungsgeld“). Das Erfrischungsgeld für die Landtagswahl beträgt 30,00 EUR.

Im Vorfeld der Wahl bieten wir darüber hinaus an, die Wahlvorsteherinnen und Wahlvorsteher, die Schriftführerinnen und Schriftführer sowie deren jeweilige Stellvertreterinnen und Stellvertreter im Rahmen einer abendlichen Schulungsveranstaltung auf ihre Tätigkeiten im Wahlvorstand vorzubereiten.

 

Wir sagen Danke!

Das Amt Probstei bedankt sich auf diesem Wege nochmals bei allen Mitgliedern in den Wahl- und Abstimmungsvorständen, die durch ihren Einsatz in der Freizeit die Durchführung der vergangenen Wahlen und Abstimmungen ermöglicht haben.

 

Amt Probstei
Der Amtsdirektor
Gemeindebehörde
Knüll 4
24217 Schönberg

I.A.
Stefan Gerlach

 

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